Archiv für den Monat: April 2011

Muldenversickerung – Einfluss von Pflanzenarten auf die Versickerungsleistung

Muldenversickerung – Einfluss von Pflanzenarten auf die Versickerungsleistung

Ein Beitrag: „Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau -LWG-, Abteilung Landespflege: Veitshöchheimer Berichte aus der Landespflege; 69“ Baustoff Pflanze – Nische oder Notwendigkeit?

Wasser sucht sich immer seinen Weg! Dieser Grundsatz gilt nach 5-jähriger Versuchsdauer auch uneingeschränkt für den sicheren Betrieb von begrünten Versickerungsmulden. Wenn man vorher die richtigen Pflanzen auswählt, dann geht es vielleicht sogar noch etwas besser. Mulden mit Stauden bepflanzt verbessern im Vergleich zur Rasenansaat nicht nur den Wasserrückhalt, sondern auch die Versickerungsaktivität.

Bei jährlichen Abflussspenden von fast 4.000 l/m² war der Wasserrückhalt der besten Pflanzvarianten mit fast 30 Prozent etwa doppelt so hoch wie der von Rasen. Im Dauerregen konnten bepflanzte Mulden bis zu einem Drittel mehr Wasser aufnehmen und an den Untergrund abgeben. Dies gilt zumindest für konventionelle Bauweisen mit 20 cm Oberbodenauftrag über versickerungsfähigem Untergrund.

Als funktionsfördernde Überlebenskünstler im Muldenbereich konnten bisher Pflanzenarten wie Iris pseudacorus (Wasser-Schwertlilie; gelb), Iris sibirica (Sibirische Schwertlilie, blau), Molinia caerulea (Blaues Pfeifengras, Moorhexe), Achillea millefolium (Gemeine Schafgarbe), Achnatherum brachytrichum (Diamantgras) sowie Geranium sanguineum (Blutroter Storchschnabel) ausgemacht werden.

Für Rasenliebhaber bietet eine dreischichtige Bauweise mit kapillarem Zwischenspeicher in Anlehnung an bodennahe Sportplatzbauweisen nach 5 Jahren fast den gleichen Versickerungskomfort.

aus: Buchkapitel; Konferenzbeitrag
Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau -LWG-, Abteilung Landespflege, Veitshöchheim (Herausgeber, Veranstalter); Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern e.V., München (Veranstalter); Verband Ehemaliger Veitshöchheimer e.V., Veitshöchheim (Veranstalter);

Muldenversickerung – Einfluss von Pflanzenarten auf die Versickerungsleistung
Eppel, Jürgen;
Quelle: Baustoff Pflanze – Nische oder Notwendigkeit? Bd.2. 35. Veitshöchheimer Landespflegetage 22. und 23. Januar 2003
Veitshöchheim (Deutschland, Bundesrepublik)
Selbstverlag 2003, S.11-18
Serie: Veitshöchheimer Berichte aus der Landespflege; 69
Konferenz: Veitshöchheimer Landespflegetage, Nr.: 35,
Veitshöchheim; http://www.baufachinformation.de/literatur.jsp?bu=2004069000704

Als pdf Broschüre jetzt hier zum Download (11 Seiten).

Regenwasserversickerung

Kostengünstige Regenwasserversickerung in einer Versickerungsmulde

Die einfachste und kostengünstigste Variante einer Regenwasserversickerung im Garten ist, das Niederschlagswasser in eine Versickerungsmulde zu leiten und direkt zu versickern.

Durch den Eigenbau können Sie enorm sparen

Die Erdarbeiten können mit einem Arbeitseinsatz von Freunden und Nachbarn, die dabei sicher gern helfen, selbst ausgeführt werden. Der Standort der Versickerungsanlage „Mulde“ ist schon bei der Bauplanung einer Regenwasserversickerung mit zu berücksichtigen. Ist die Gartengestaltung sowieso beim Neubau erforderlich, sind die Eingriffe nicht zusätzlich aufwändig.

Dabei kann sogar beim Trennsystem der Regenwasser-Kanalanschluss wegfallen und einige 1.000,- € an Anschlußkosten für Schacht und Leitungen gespart werden. Die Fragen zur Möglichkeit der Versickerung sind vorher mit der zuständigen Behörde zu klären. I.d.R. ist dazu ein Antrag mit Versickerungsnachweis und Dimensionierung der Versickerungsanlage erforderlich.

Der Anschluss der Fallrohre der Dachrinnen ist an den richtigen Seiten der Dachflächen einzuplanen, damit der Zulauf ohne Probleme erfolgen kann.

Die Größe der Versickerungsmulde richtet sich nach der Größe der Dachflächen,  der Beschaffenheit des Bodens (kf-Wert) und der örtlichen Starkregenverteilung. Die Muldentiefe sollte max. 30 cm betragen und mit Rasen begrünt werden.

Die Bodendurchlässigkeit können Sie mit einem Versickerungsversuch selbst testen und daraus den Durchlässigkeitsbeiwert (kf-Wert) berechnen. Eine detaillierte Anleitung mit Auswertung bekommen Sie mit meinem eBook Regenwasserversickerung Teil 1.

Darin ist auch eine Muldenberechnung mit allen Hinweisen und eine Kostenschätzung enthalten, die Sie nach Anleitung selbst durchführen können.

Als weitere Möglichkeit für die Versickerung sind eine Rigole oder ein Mulden-Rigolen-Element möglich (dazu mein eBook Teil 2).