Entwässerungsantrag

Entwässerungsantrag selbst stellen

Mit den folgenden Informationen und der Ablaufbeschreibung können Sie einen Entwässerungsantrag zur Versickerung von Niederschlagswasser selbst stellen.

Für den Entwässerungsantrag ist i.d.R. Folgendes erforderlich

  • Antragsformular der Behörde (evtl. gemeinsam mit Schmutzwasser oder auch formlos)
  • Erläuterungsbericht mit Anlagen, Karten (Übersicht, Katasterplan, Lageplan der Versickerungsanlage mit Schnitt), Tabellen und Unterlagen, z.B. Baugrundgutachten, Bohrungen (Beispielabbildung ca. 10-11 Anlagen)
  • Vorgang, Anlass: Versickerung gewünscht oder vorgeschrieben (z.B. im B-Plan), bei Bestandsänderung oder Neubau
  • Flurbezeichnung, Flurstück, Grundstücksgröße
  • Lage, Nutzung, geplante Baumaßnahme
  • Zielvariante?
  • Nachweis der Bodendurchlässigkeit (kf-Wert), evtl. durch eigenen Versickerungsversuch ermittelt
  • Bodenprofil, Schichtaufbau (ggf. vorhandene Deckschicht)
  • Höhenangaben, Bezugshöhe, GOK in m ü. NN im Bereich der geplanten Versickerungsanlage, Geländegefälle
  • Angaben zum Grundwasserflurabstand, MHGW, Vorfluter, GW-Fließrichtung
  • Flächenermittlung der anzuschließenden versiegelten Flächen, Material, Gefälle, mit Abflussbeiwerten (Beispieltabelle)
  • örtliche Starkregenreihe nach KOSTRA-DWD 2020 (Beispiel-Rasterfeld, Beispieltabelle)
  • Bemessungsgrundlagen, Daten der Dimensionierung
  • Dimensionierung der Versickerungsanlage, erforderliches max. Stauvolumen mit Abmessungen, n=5 Jahre (Beispielberechnung)
  • Abstände zu Gebäuden, Grenzen (Beispiel Lageplan)
  • Tiefenlage der Basis, Abstand zum MHGW (Schnittbeispiel)
  • Leitungen, Länge, Durchmesser, Gefälle, Überdeckung
  • Entwässerungsrinnen
  • Material z.B. für Rigole (Kies oder Hohlkörper, Abb. Hohlkörper)
  • Vorfilter bei Rigolen (Abbildung)
  • Abflussbewertung, Behandlung gem. DWA-A 138-1
  • Zisterne oder Tank zur Bewässerung gewünscht? (Beispiel mit Flachtank)
  • Überflutungsprüfung für 30-jährliches Starkregenereignis (Beispielberechnung)
  • Empfehlungen (Pflege, Wartung)

Das Vorgehen ist immer ähnlich, aber an die örtlichen Gegebenheiten angepasst

  • Prüfung der vorhandenen Unterlagen, ob Bodenaufbau, Platzverhältnisse, Geländegefälle generell geeignet sind
  • hier folgt ggf. mein Angebot komplett [a)ohne Geländeuntersuchungen, b) mit Gel.-U.]
  • Erste Abschätzung möglicher Varianten/Größe einer Versickerungsanlage (abhängig vom kf-Wert und der versiegelten Fläche)
  • Absprache mit Bauherren, ggf. Planer/Architekt über mögliche Variante und Standort (Hinweis auf ggf. fehlende Unterlagen/Daten, ggf. Besonderheiten, Problempunkte)
  • Sondierung, Versickerungsversuch?
  • Ggf. Behörde einbeziehen, falls sich Besonderheiten ergeben (kf-Wert, Flächen, A-Beiwerte, MHGW, Grenzabstand, Vorbehandlung)
  • Dimensionierung der gewählten Versickerungsvariante
  • 1. Entwurf Lageplan (1:100 oder 1:200) Abstimmung mit Bauherren
  • Fertigstellung Antrag mit Erläuterungsbericht und allen Anlagen (s. Abb. 1)
Screenshot

Abb. 1: Antragsunterlagen für Entwässerungs- oder Wasserrechtsantrag

Siehe auch dazu meine Blog-Seite Entwässerungsantrag-Niederschlagswasser

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