Versickerungslösung

Rigole auch bei hohem Grundwasserstand möglich?

Eine problematische Ausgangslage

Für die Neubauten in einem Baubebiet ist eine gem. B-Plan geforderte Niederschlagswasserversickerung funktionsgerecht zu planen und zu realisieren. Vorab durchgeführte Boden- und Versickerungsversuche ergaben jedoch rel. schwierige (schlechte) Voraussetzungen mit an der Oberfläche anstehendem Lehmboden. Daher wird ein Mindestspeichervolumen vom 6 m³ pro 100 m² angeschlossene wirksame Fläche gefordert, die als Mulden- oder Muldenrigolenversickerung zu berechnen ist.

Folgende Punkte sind insbesondere zu berücksichtigen

  • eine gering durchlässige Lehmschicht mit wechselnden Mächtigkeiten (Lösslehm, z.T. über Geschiebelehm)
  • darunter ein z.T. wassererfüllter Sand mit wechselnden Mächtigkeiten (Glazifluviatil)
  • rel. hoher Grundwasserstand (ca. 1,8 bis 2 m u. GOK)
  • eine rel. kleine verfügbare Grundstücksfläche zur Versickerung

Lösungskonflikt

Einerseits sind die Vorgaben des DWA-Regelwerkes Arbeitsblatt DWA 138-1 bzgl. der Dimensionierung der Versickerungsanlage sowie weitere Bedingungen bei der Planung einzuhalten, andererseits lassen die örtlichen Bodenverhältnisse kaum einen Spielraum für eine Standardlösung mit einer Mulde zu.

Zusätzlich waren die Wünsche der Bauherren nach einer möglichst unbeeinträchtigten Gartennutzung zu berücksichtigen, was letztlich keine Muldenversickerung mit oberirdischem Zulauf bedeutet. Es sollte möglichst eine praktikable Versickerungslösung mit einer Rigole gefunden werden, wobei vorgenannte Punkte eine besondere Herausforderung bedeuteten.

Problematik

Das Leitungsgefälle mit Überdeckung lässt keinen direkten Zulauf in eine Rigole zu, die dann zu tief liegen würde. Es mußte an die Grenze des Machbaren gegangen werden, um mit einer möglichst flachen Rigole auch den Mindestabstand zum Grundwasser einhalten zu können.

Erfolgreiche Planung und Umsetzung

Mit einer flachen Hohlkörperrigole und einem zusätzlichen Flachtank mit einer technischen Pumplösung ist die Lage der Rigolenbasis in der Höhe/Tiefe und auch der unterirdische Zulauf in den Tank möglich.

Eine Tauchpumpe mit Schwimmer speist im Intervallbetrieb in die höher liegende Rigole. Das Tankvolumen konnte aber nicht als Speichervolumen bei der Dimensionierung angerechnet werden. Die Größe des Rigolen-Speichervolumens ist für ein 5-jährliches Starkregenereignis ausgelegt.

Die Funktion der Versickerungsanlage mit Tank ist auch für einen Notfall ohne Funktion der Pumpe gewährleistet, da dann der Tanküberlauf in Funktion tritt.

Zusätzliche Maßnahme

Ein Bodenaustausch der Lehmschicht unter der Rigole bis auf den glazifluviatilen Sand erfolgt mit Einbau einer durchlässigen Sickerschicht von Fein- bis Mittelsand.

Eine detaillierte Funktionsbeschreibung mit Zeichnung sehen Sie auf der Seite Rigole mit Zisterne.